Der Kulturschock als Teil von Migration

Der Kulturschock als Teil von Migration

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Der Begriff „Kulturschock“ stammt aus dem Jahr 1951 und wurde drei Jahre später von dem Anthropologen Calervo Oberg erweitert, wodurch er auch in der Soziologie Anwendung fand.

Er bezeichnet den schockartigen Zustand, der durch die Konfrontation mit einem fremden Land und einer neuen Umgebung ausgelöst wird und den daraus resultierenden Konflikt zwischen alten und neuen kulturellen Normen. In dieser Situation verändern sich nicht nur übliche Routineverfahren, sondern auch die Weltanschauung. Das bedeutet, dass alle Ebenen des menschlichen Lebens und der Psyche von dieser Veränderung betroffen sind.

Daher ist ein Kulturschock auch kein punktuelles Ereignis, sondern verläuft über einen längeren Zeitraum, üblicherweise in 4 Phasen:

PHASE DER BEGEISTERUNG
PHASE DER KRISE / ABLEHNUNG
PHASE DER ERHOLUNG
PHASE DER ANPASSUNG

Der Kulturschock bei Migration im zeitlichen Verlauf

Im neuen Land angekommen, erscheint oft zunächst alles magisch und wundervoll anders. Die Kultur, das Essen, die Menschen, all das wird positiv wahrgenommen. Auf die erste Phase der Begeisterung folgt eine Krise, die in Ablehnung der neuen Heimat mündet. Auslöser dafür sind meist alltägliche Herausforderungen, die ein Umzug in ein neues Land mit sich bringen. Sprachbarrieren, fehlende soziale Kontakte, Unverständnis über lokale Sitten und Gebräuche usw. In dieser Phase wird die Heimatkultur idealisiert und mit der neuen Kultur verglichen, die dabei plötzlich viel schlechter abschneidet.

Auf diese, sehr negativ geprägte, Phase folgt ein Stadium der Entspannung. MigrantInnen entwickeln Verständnis für die Verhaltens- und Denkweisen des neuen Heimatlandes. Mit zunehmendem Spracherwerb können sie vieles besser verstehen und realistisch einschätzen. In der letzten Phase, der Phase der Anpassung, beginnen MigrantInnen sich im Einwanderungsland zuhause zu fühlen und aus den beiden Kulturen (der ihrer alten, und der ihrer neuen Heimat) ihre ganz eigene kulturelle Identität zu formen.

Die Symptome eines Kulturschocks

In der Phase der Krise erleben MigrantInnen eine emotionale Stresssituation auf die sie mit Heimweh, depressiven Verstimmungen und selbstgewählter Isolation reagieren. Der Wunsch mit Einheimischen in Kontakt zu treten, gerät in den Hintergrund. Lieber wollen sie nur mit Landsleuten kommunizieren. Als Schutzreaktion auf den psychischen Stress kommt es zu einer negativen Einstellung gegenüber dem neuen Land und seinen Bewohnern. Die Wahrnehmung der MigrantInnen wird durch die Anhäufung von Stereotypen zusätzlich beeinflusst.

Sich im Zustand eines Kulturschocks zu befinden bedeutet in einem Ausnahmezustand zu sein. Normalerweise reagiert die Psyche auf Akutbelastung mit der Unfähigkeit sich zu konzentrieren, übermäßiger Müdigkeit oder Schlafstörungen. Zu anderen Stressreaktionen gehören der unkontrollierbare Wunsch, ohne Hunger oder Appetit zu essen, plötzliche Tränen oder Aggressionen und körperliche Beschwerden wie häufige Kopf- oder Bauchschmerzen.

Der Ausweg aus dem Kulturschock

Wie schnell sich ein Mensch an eine neue Umgebung anpasst, hängt in erster Linie von seinen Persönlichkeitsmerkmalen ab. Dazu gehören die individuelle Fähigkeit zu kommunizieren, intellektuelle Eigenschaften (Lernbereitschaft, Bereitschaft zur Veränderung, Engagement, Ausdauer, Verantwortung, Disziplin, Selbstkontrolle), die Widerstandskraft gegen neuromentale Überlastung, das Niveau von Kapazität und Vitalität, sowie das Maß an Kreativität.

Von großer Bedeutung ist auch die Motivation, die sich in dem Wunsch manifestiert, sich in das neue soziokulturelle und sprachliche Umfeld zu integrieren und die Komfortisolation zu überwinden.

Die Geschwindigkeit, mit der MigrantInnen sich in ihrer neuen Umgebung anpassen, hängt erwiesenermaßen auch vom Alter ab. Psychologen haben festgestellt, dass die Zeit, die dafür benötigt wird, in etwa dem biologischen Alter geteilt durch 4 entspricht. Allerdings: je schneller das erwartete Niveau hinsichtlich sozialem, wirtschaftlichem, und beruflichem Status in der neuen Heimat erreicht wird, desto leichter und schneller findet auch die Anpassung statt.

Am Ende dieser Phase erlangen MigrantInnen die Kompetenz das neue Heimatland neutral zu betrachten und das Beste aus seiner Kultur und der Kultur des Heimatlandes für sich zu adaptieren.

Was Sie noch tun können um sich in Ihrer neuen Heimat schneller zuhause zu fühlen
Hören Sie auf sich selbst und respektieren Sie Ihre innere Stimme. Sie können unendlich oft üben, sich selbst zuzuhören. Treffen Sie Ihre eigenen Entscheidungen, probieren Sie Dinge aus. Haben Sie keine Angst vor Veränderungen!

Wählen Sie aus, was Sie wirklich lernen möchten. Gehen Sie dorthin, wo Sie wirklich gerne leben würden. Treten Sie mit Menschen in Kontakt, die Sie interessieren und beschränken Sie Ihre sozialen Kontakte nicht ausschließlich auf Landsleute.
Geben Sie sich Zeit um sich einzugewöhnen und setzen Sie sich realistische Ziele. Verlangen Sie nichts von sich, das unmöglich ist.

Lernen Sie so viele neue Dinge wie möglich und erlauben Sie sich, dabei Fehler zu machen.

Scheuen Sie sich nicht davor, um Hilfe zu bitten oder diese anzunehmen! In manchen Kulturen gilt es immer noch als Zeichen von Schwäche um Hilfe zu bitten – jedoch ist das Gegenteil der Fall.

Immer wieder hören wir von unseren Kunden, dass unsere Arbeit Ihnen dabei hilft, sich in ihrem neuen Heimatland wohler und angenommener zu fühlen. Wir glauben daran, dass die Welt um uns herum die Gefühle, die wir für sie haben, erwidert. Daher ermutigen wir unsere Kunden, Ihre Mitmenschen mit Wohlwollen und Interesse zu behandeln um selbst so behandelt zu werden. Dien meisten Menschen lieben es, ihr Leben, ihr Wissen und ihre Kultur mit anderen zu teilen. Alles, was Sie tun müssen, ist, höflich zu fragen, und man wird Ihnen zeigen, wie Sie sich in Ihrer neuen Umgebung zurechtfinden.

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